Erstes Konzert im alten Hotel Rheingold Bellevue

Hotel Rheingold Bellevue, fotografiert von Richard Westebbe
Hotel Rheingold Bellevue, fotografiert von Richard Westebbe
Der alte Konzertsaal
Der alte Konzertsaal
Michail Lifits
Michail Lifits

Michail Lifits konzertierte als erster Künstler in dem Saal des alten Hotels Rheingold Bellevue unterhalb des Bahnhofs Rolandseck. Auf Initiative des Ehepaares Neidert-Buech spielte er zugunsten der Johannes Wasmuth Gesellschaft Franz Schuberts Sonate a-Moll D. 845 und die 24 Präludien op. 34 von Dmitri Schostakowitsch. Die geladenen Gäste genossen die besondere Atmosphäre dieses historischen Ortes, den Hauch vergangener Pracht und den Blick auf den wunderschönen Strom, der im Abendsonnenschein funkelte. Michail Lifits spielte so ausdrucksstark, daß Spaziergänger auf der Rheinpromenade verharrten und den Klängen lauschten. Am 6.5.2014 berichtete der Generalanzeiger Bonn im Feuilleton unter der Überschrift „Kunst gegen Verfall“ http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/GAZ/20140506/kunst-gegen-verfall-rolandseck-konz/201405062169180.html   Hier ein anschaulicher Bericht über diesen wunderbaren Nachmittag von Cornelia Rabitz: Konzert mit Aussicht  Premiere im ehemaligen Hotel Rheingold-Bellevue in  Rolandseck: Zum ersten Mal fand dort ein Konzert der Johannes Wasmuth Gesellschaft statt. 50 Gäste waren der Einladung gefolgt – und erlebten Klaviermusik in höchst ungewöhnlichem Ambiente.  Über diesen Ort musste sogar die Hauptperson des Abends staunen: Michail Lifits, ein junger Pianist, der bereits auf vielen bedeutenden Konzertpodien in der Welt unterwegs ist, legte hier auf dem Weg von Triest in die deutsche Hauptstadt einen Zwischenstopp für ein Recital ein: „Coole ‚location‘, sie könnte sich glatt in Berlin befinden!“ befand er. Bröckelnder Putz, offenliegende Eisenträger, verblichenes Dekor – kurzum, die für alle unübersehbare Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes sorgte beim Publikum zwar für einiges Aufsehen, aber schließlich war man sich einig: Ein höchst origineller, mehr noch: wunderschöner Ort! Denn in welchem Konzertsaal hat man schon ein so wunderbares Rheinpanorama direkt vor Augen?

Fleißige Hände nach der Putzaktion
Fleißige Hände nach der Putzaktion

Augenschmaus und Ohrenschmaus Die Stühle für die Zuhörer waren geschickt platziert. Während Franz Schuberts zauberhafte Klaviersonate a-Moll erklang konnten die Blicke über den in der Sonne glänzenden Rhein schweifen, gemächlich zogen dort Ausflugsdampfer und Frachtschiffe ihre Bahn, gelegentliches Hupen oder Tuten störte die Idylle kaum. Auch den Künstler nicht: „Ich nehme das alles beim Spielen wahr, habe gehört, dass es mal zu einem kurzen Gleichklang zwischen dem Schiffssignal und einem Ton von hier kam, sehr witzig!“ Sogar die – furios dargebotenen – 24 Präludien op. 34 von Dmitri Schostakowitsch fügten sich ins Ambiente. Michail Lifits:“Schostakowitsch passt hierher, auch bei ihm gibt es das Erhabene und das Bescheidene, Schräges und Schönes, Liebliches und Derbes. Diese Musik ist kontrastreich – genauso wie dieser Saal.“ Ein Konzert als Gesamtkunstwerk, das für große Begeisterung im Publikum sorgte. Johannes Wasmuth hätte seine Freude daran gehabt, davon ist Torsten Schreiber, Impresario und ‚spiritus rector‘ der Gesellschaft überzeugt. Und irgendwie war der große Musikförderer ja auch dabei: Auf einem weißen Gartenstuhl neben dem Flügel stand seine Fotografie. Foto Nr. 2 Gaumenschmaus Und dann war da noch die Sache mit der Kartoffelsuppe. Mitglieder der Gesellschaft hatten vor dem Konzert nicht nur Fenster gereinigt, Stühle aufgestellt, Geschirr und Kerzen besorgt, sondern auch einen Imbiss vorbereitet. Und wer zufällig vorbeikam wurde gleich eingespannt. Irene Diederichs, Vorstandsmitglied und Mäzenin, fand sich unversehens im Küchenteam wieder: „Plötzlich saß ich vor einem Haufen Kartoffeln – da blieb mir ja nichts anderes übrig, als zu schälen“, sagt sie lachend. Gekocht wurde nebenan, in der Wohnung von Myriam Farid, Artist in Residence der Johannes Wasmuth Gesellschaft. Heiß war die Suppe  und äußerst lecker – auch sie kam, wie der Muffendorfer Rotwein von Irene Diederichs, beim Publikum gut an. Viele dürfen sich auf eine Fortsetzung freuen: Die Wasmuth-Gesellschaft wird in den nächsten Wochen weitere Konzerte im ehemaligen Hotel veranstalten können, dank Klaus Decker, dem Besitzer der Immobilie, der das Gebäude für eine Zeit zu diesem Zweck an die Gesellschaft vermietet. Irene Diederichs schaut gleichwohl ein wenig sorgenvoll: „Ein Provisorium wie dieses ist zwar schön – aber ich wünsche mir sehr, dass es hier weiter geht.“ 50 Stühle und manches andere hat sie schon gespendet.  Wer die tatkräftige Musikliebhaberin kennt weiß, dass es dabei nicht bleiben wird. Dafür, dass künftig noch mehr Menschen die JWG unterstützen wird nun kräftig die Werbetrommel gerührt. Zwei neue Mitglieder konnten durch das Konzert mit Aussicht bereits gewonnen werden. Wenn das nicht gute Aussichten sind… Cornelia Rabitz

Ein Ständchen für Johannes Wasmuth und seine guten Ideen
Ein Ständchen für Johannes Wasmuth und seine guten Ideen

Traumhaft schön hier!“

Myriam mit den Damen Decker und Rabitz und Torsten Schreiber im alten Saal
Myriam mit den Damen Decker und Rabitz und Torsten Schreiber im alten Saal

Myriam Interview 2

Myriam Farid, Artist in residence, ist in Rolandseck angekommen

Vor ein paar Wochen noch stapelten sich hier Kartons und Mobiliar, es fehlten Lampen und Teppiche – jetzt prangt die erste Künstlerwohnung im Anwesen neben dem „Bellevuechen“ in neuem Glanz. Viele haben Myriam Farid geholfen und ihr, wie sie sagt, das Einleben leicht gemacht. Wenn sie nun aus dem großen Küchenfenster hinüber zum Rhein schaut, ist sie glücklich:“ Dieser Ort strahlt etwas Besonderes aus, er hat ‚spirit‘. Ich fühle mich wunderbar inspiriert und bin froh, hier in der nächsten Zeit arbeiten zu können“, sagt die Pianistin. Ihr Konzertflügel ist indes noch nicht ganz dort, wo er eigentlich stehen sollte. Er befindet sich in der Lobby des benachbarten ehemaligen Hotels, einem riesigen, vom Zahn der Zeit sichtlich angenagten Raum, dem man die Spuren der einstigen Pracht gleichwohl ansieht. Myriam hofft, dass das Instrument bald in ihre neue Behausung transportiert werden kann. Vorerst aber übt sie noch in diesem zweifellos ungewöhnlichen Ambiente – das von freundlichen Helfern so gut es ging von Staub und Spinnweben befreit wurde.
Die Mitglieder der Wasmuth-Gesellschaft konnten sich am 5. April erste Eindrücke verschaffen und ihre „Artist in residence“ persönlich kennenlernen: Zum Apéritif in der alten Lobby wurde Musik serviert, Myriam Farid spielte Stücke von Satie und Ravel. „Ich bin von vielen Kulturen und Sprachen beeinflusst worden, diese Vielfalt hat meine Kreativität immer beflügelt“, sagt sie beim anschließenden Gespräch mit Cornelia Rabitz. Die Künstlerin mit ägyptischen Wurzeln ist in Kanada aufgewachsen, hat in Quebec und Paris studiert, in Brüssel und Frankfurt gelebt, Konzerte gegeben, an vielen Meisterkursen teilgenommen und hat selbst Studierende aus verschiedenen Ländern unterrichtet. Sie spricht Arabisch, Französisch und Englisch – mit der deutschen Sprache muss sie sich freilich noch weiter anfreunden, räumt sie ein.
Vielfältig war denn auch das Buffet, an dem sich die Gäste laben konnten: Die Palette reichte von ägyptischem Gurke-Minze-Salat über Tessiner Käsewähe bis hin zum rheinischen „Bütterchen“. Die von der Wasmuth-Gesellschaft angemietete Künstlerwohnung in Rolandseck wird nach diesem gelungenen Auftakt sicher ein lebendiger Ort des Austauschs und der kulturellen Begegnung werden. Und Myriam Farid hat in der nächsten Zeit viel vor, wie Torsten Schreiber, künstlerischer Leiter und Impresario, verriet: „Ein Konzert mit Kammermusik ist geplant, sie wird eine erste Meisterklasse geben und mit Daniel Barenboims West-Eastern-Divan-Orchestra zusammen auftreten.“ Trotzdem hofft die Pianistin, dass ihr noch ein wenig Zeit für andere Dinge bleibt: Für Spaziergänge mit Hund „Ulisse“ zum Beispiel oder für Touren mit ihrem frisch erworbenen Fahrrad.

Elisabeth Leonskaja wird Ehrenmitglied

Elisabeth Leonskaja mit ihren jungen Kollegen Myriam Farid und Hinrich Alpers und Stefania Adomeit
Elisabeth Leonskaja mit ihren jungen Kollegen Myriam Farid und Hinrich Alpers und Stefania Adomeit

Leonskaja 3

Elisabeth Leonskaja wird Ehrenmitglied der im Juni 2013 gegründeten Johannes-Wasmuth-Gesellschaft. Die Pianistin hatte in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Bahnhof Rolandseck gelebt und ist seitdem Johannes Wasmuth, seinen Ideen und seinem geistigen Erbe auch nach seinem Tode sehr verbunden.
Mitten in der Bonner Innenstadt fand im privaten Kreis eine Feier zur feierlichen Übergabe der Ehrenurkunde an die große Pianistin Elisabeth Leonskaja statt.
Sie erzählte aus ihrem Leben, ihren künstlerischen Erfahrungen und Vorstellungen und diskutierte lebhaft mit den jungen Pianisten Hinrich Alpers und Myriam Farid aus Ägypten.
Elisabeth Leonskaja lernte Johannes Wasmuth als junge Pianistin kennen und war beeindruckt von seiner Großzügigkeit und seinen Ideen. Gemeinsam mit ihrem Förderer Swjatoslav Richter lebte sie in der Villa Wasmuth, um Partituren zu studieren und gemeinsam zu üben.
Sie empfiehlt der Johannes Wasmuth-Gesellschaft, vor allem diese schöpferische Großzügigkeit zu pflegen und die richtigen jungen Talente zu fördern.

Über ihre erste Begegnung mit Johannes Wasmuth sagte Elisabeth Leonskaja:
„Ich hatte von Künstlerfreunden gehört, daß es am Rhein ein „Künstlerhotel“ gibt. Also bin ich dorthin gefahren und habe angeklopft. Eine Frau öffnete mir – es war Rosalka – und fragte, ob ich hier schlafen wolle. Ich bejahte und fragte, ob ich etwas auch etwas zu essen bestellen könne. Wenn ich denn mit Suppe und Brot zufrieden wäre, könne ich mich mit an den Tisch setzen, meinte sie. Immer wieder versuche ich, meine „Hotelrechnung“ zu bezahlen, was mir nie gelang….“

Im Feuilleton des Bonner Generalanzeigers erschien am 24. März 2014 ein Artikel über dieses Ereignis. Ausdrücklich wurde die Gastfreundschaft beschrieben, die Elisabeth Leonskaja -oft auch gemeinsam mit Swjatoslav Richter- bei Johannes Wasmuth erlebt hat.
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Benefizvortrag in Rodenkirchen

Konzert AlmutDa Igor Levit (Klavier) erkrankt war, hielt der Musikwissenschaftler und Mediziner Dr. Wolfram Goertz aus Düsseldorf einen Vortrag

über Johann Sebastians Werk und insbesondere seine „Clavierübung“  1.Teil. Konzert Almut 1

Hierbei verglich er die Spielweisen und Interpretationen von Glenn Gould, Andras Schiff und Marth Argerich mithilfe von Musikbeispielen.
Ein beeindruckender und kurzweiliger Abend im Hause einer Kölner Künstlerin.

Auf dem unteren Foto sieht man die Gastgeberin Almut Becker-Löhr im Gespräch mit dem Vortragenden Dr. Wolfram Goertz.

Benefizkonzert mit Elena Bashkirova

Bashkirova-Gitizad-18-2-2014-2Am Vorabend Ihres Konzertes in der Kölner Philharmonie musizierte die Pianistin Elena Bashkirova im Andenken an Johannes Wasmuth im Hause Gitizat. Sie spielte Werke von Tschaikovsky, Liszt und Albéniz und gab jeweils eine sehr persönliche Einführung in ihre musikalische Auswahl und Deutung der Werke. Als Ehrengast war die neue Intendantin des Beethovenfestes Bonn, Nike Wagner, anwesend.

Auf dem Foto sind von links nach rechts zu sehen: Dr. Neumann (Vorsitzender), Nike Wagner (Intendantin des Beethovenfestes Bonn), Elena Bashkirova, die Gastgeberin Frau Gitizad und Torsten Schreiber (künstlerischer Berater)

Im Bonner Generalanzeiger erschien ein Artikel über dieses Ereignis mit dem obigen Foto.

Im Godesberger erschien am 15. März ein langer Artikel mit zwei Fotos. Das Foto von Elena Bashkirova und der Gastgeberin ist hier zu sehen: Dir Künstlerin mit ihrer Gastgeberin

 

Benefizkonzert für die Johannes-Wasmuth-Gesellschaft

Bei einem festlichen Benefizkonzert-Konzert für die Johannes-Wasmuth-Gesellschaft im Kelterhaus in Muffendorf spielten die israelischen Künstler Arnon Erez (Klavier) und Hagai Shaham (Violine).

Nach Mozart war das Poème Mystique von Ernest Bloch im Andenken an Johannes Wasmuth zu hören. Johannes Wasmuth hatte Hagai Shaham schon vor etwa 30 Jahren als jungen Musiker im Bahnhof Rolandseck gefördert. Nach der Violinsonate Nr. 2, d-Moll, op. 108 von Johannes Brahms, spielte das Duo einen Csárdas von Jenö Hubay, einem ungarischen Geiger und Komponisten, der schon als Lehrer des Lehrers von Hagai Shaham wirkte. Große Begeisterung!

Die Gastgeberin mit Torsten Schreiber

Die Gastgeberin mit Torsten Schreiber